DR-VA2

Zusammenfassung der Dienstrechts-Informationsveranstaltung vom 7.12.2016 (kein Anspruch auf Vollständigkeit, Nachweise und/oder Anmerkungen nur im *.pdf am Seitenende)

Vortragende:
Ursula Hafner – Gewerkschaft öffentlicher Dienst
Friedrich Fröhlich – Bundesministerium für Bildung

 

Wie entkomm’ ich dem neuen Lehrer*innendienstrecht (=LDR)?

Möglichkeit für altes LDR: Diplomstudierende haben nur dann eine Wahlmöglichkeit zwischen altem und neuem Dienstrecht (=DR), wenn alle Anstellungserfordernisse erfüllt sind (ohne Wahlmöglichkeit bleibt man im alten DR). Bei einem Vertrag mit dem Bund/Land vor dem 31.08.2019 besteht die Möglichkeit, im alten Dienstrecht zu sein. Der Vertrag muss nicht unbefristet sein. Auch ein Sondervertrag und keine volle Lehrverpflichtung sind ausreichend. Der Vertrag muss vor September 2019 zustande gekommen sein, das heißt, man muss vor September 2019 unterrichtet haben, (Vertragsunterzeichnung ist oft wesentlich später), andernfalls kommt man automatisch ins neue DR.

Die letzte Möglichkeit für das Unterrichtspraktikum (=UP) ist das Schuljahr 2018/19. Das UP allein genügt nicht, um ins alte DR zu kommen. Beim UP handelt es sich um ein Ausbildungsverhältnis. Das bedeutet, dass zusätzliche Unterrichtsstunden oder Nachmittagsbetreuung notwendig sind, um das alte DR bekommen zu können.

Schafft man es nicht, das UP rechtzeitig zu absolvieren, gibt es die Möglichkeit, eine zweijährige Unterrichtstätigkeit (bedeutet insgesamt 40 Werteinheiten) als UP anrechnen lassen zu können. Der Vertrag muss rechtzeitig abgeschlossen werden. Die Unterrichtstätigkeit ist zeitlich nicht begrenzt. Es ist beispielsweise möglich, vier Jahre mit halber Lehrverpflichtung zu unterrichten und somit ins alte DR zu kommen.

Im neuen DR sind die ersten zwölf Dienstmonate die Induktionsphase. Die Induktionsphase ist ein Dienstverhältnis (und kein Ausbildungsverhältnis wie beim UP) und wird entsprechend des Beschäftigungsausmaßes entlohnt inklusive voller Sozialversicherung. Es besteht die Möglichkeit, nur in einem Fach oder der Nachmittagsbetreuung eingesetzt zu werden. Die Induktionsphase kann auch unterbrochen werden. In der unterrichtsfreien Zeit besteht die Pflicht, zu hospitieren und (noch zu entwickelnde) Lehrveranstaltungen an einer Pädagogischen Hochschule oder an der Universität Wien zu besuchen. Der Nicht-Erwerb des Masters innerhalb von fünf Jahren stellt einen Kündigungsgrund dar.
BEd-Absolvent*innen sollen einen direkten Berufseinstieg mit Begleitung haben (auch Lehrkräfte an Pflichtschulen). Eine positive Beurteilung der Schulleitung und der Mentor*in ist die Voraussetzung für die Verlängerung des Vertrages über die zwölf Monate hinaus.

Die Mentor*innen sind Betreuungslehrkräfte aus dem UP oder besitzen eine entsprechende Ausbildung. Bis zum Schuljahr 2029/30 gilt diese Übergangsbestimmung. Ab dem Schuljahr 2029/30 müssen die Mentor*innen einen Lehrgang im Ausmaß von 60 ECTS absolvieren, um als Mentor*innen tätig sein zu können. Die entsprechende Ausbildung existiert derzeit noch nicht. Ein*e Mentor*in betreut bis zu drei Vertragslehrpersonen. Die Mentor*innen müssen keine Fachkolleg*innen sein.

Pflichten in der Induktionsphase:

  • alle lehramtlichen Pflichten
  • Zusammenarbeit mit Mentor*in
  • Hospitationen
  • Besuch von Lehrveranstaltungen
  • generelle Verpflichtung zur Fortbildung

Zusätzliche Verpflichtungen im neuen DR:

  • Verpflichtung zu fachfremden Unterricht “gegen den Willen” der/des Lehrers*in bis zu einem Semester
  • Unterricht in jeder beliebigen Schulart “gegen den Willen” der/des Lehrers*in bis zu einem Jahr
  • Urlaubsanspruch in Hauptferien erst nach Abwicklung der Schlussgeschäfte; eine Woche nach Schulschluss und eine Woche vor Schulbeginn muss die Lehrperson in der Schule anwesend sein;

 

Fragen und Antworten:

Q: Kann ich gleichzeitig mit dem UP einen Sondervertrag haben?
A: Sonderlehrvertrag muss nicht bei UP gekündigt werden – beides parallel möglich;

Q: Wenn man 2017/2018 oder 2018/19 als Sondervertragslehrer*in im BEd-Studium bzw. als fertige*r BEd eine Anstellung bekommt, kann man noch das alte Dienstrecht wählen?
A: (Trotz neuer Ausbildungsform): Für Absolvent*innen im neuen System (BA/MA) ist nur das neue Dienstrecht möglich; Altrecht kann nicht gewählt werden;

Q: Ich werde mit dem BEd-Studium im Sommer 2017 fertig, es gibt noch keine Induktionsphase. Komme ich ins Altrecht?
A: Anstellbarkeit im Neurecht besteht (ohne Induktionsphase); für Anstellung muss allerdings Planstelle frei sein – keine offizielle Stellungnahme, wie das funktionieren soll; Empfehlung: direkt Master anschließen;

Q&A: 2 Fächer Diplom + Erw.st. BEd: Sondervertrag mit dipl. Fächer = Altrecht möglich; Sondervertrag nur mit Erw.UF BEd = Neurecht;

Q: Begleitseminare bei Sondervertrag?
A: Begleitseminare nur im UP! Fortbildungsseminare können aber besucht werden

Q: Wenn man z.B. in Ö das alte DR gewählt hat nach absolviertem UP, den Vertrag kündigt, dann eine Zeit lang in D unterrichtet und wieder nach Ö zurückkommt. Ist man dann noch immer im alten Dienstrecht?
A: Ja; auch bei Wiedereinstellung nach Unterbrechung ist man im alten DR.

Q: Muss man bei Vertragsunterzeichnung im Altrecht dem neuen Dienstvertrag schriftlich widersprechen?
A: Nein!

Q: Muss man einen unbefristeten Vertrag als Dipl. Absolvent*in haben, um ins alte DR kommen bzw. bleiben zu können?
A: Nein!

Q: Wer muss/kann zwischen dem alten und neuen DR wählen?
A: Absolvent*innen nach dem UP (im Dipl.), die noch nie vorher unterrichtet haben.

Q: Muss ich nach dem Bachelor of Education die Induktionsphase absolvieren?
A: Die Induktionsphase kann auch nach dem Master angefangen werden;

Q: Was fällt unter Sondervertrag?
A: Unterrichtsstunden, Nachmittagsbetreuung; egal in welcher Schulart man ins Altrecht kommt – man ist dann in jeder Schulart im Altrecht (BHS, AHS,…);

Q: Kann man den Master in anderen Bundesländern oder im Ausland machen?
A: In Österreich sollte es problemlos möglich sein; im Ausland ist dies komplizierter (Nostrifizierung, …);

Q: Ab wann bekommt man einen (un)befristeten Vertrag?
A: Zwei Anlässe für befristete Verträge:
1. Aufgrund von Anstellungsart (Vertretung);
2. Wenn Anstellungserfordernisse nicht komplett erfüllt sind; bei befristeter Vertrag und Schwangerschaft kann Vertrag (normal) verlängert werden; man wird genauso behandelt wie ohne Schwangerschaft; Empfehlung: in solchen Situationen sollte Frau* wenige Stunden unterrichten; befristete Verträge bis maximal fünf Jahre; gilt für Alt- und Neurecht;

Q: Muss in der Induktionsphase Vollzeit unterrichtet werden?
A: Stundenausmaß ist für Erfüllung der Induktionsphase nicht relevant; wird nicht aliquot verlängert;

Q: Gibt es für BEd-Studierende die Möglichkeit, ins alte DR zu kommen?
A: Grundsätzlich nicht, außer bei ev. vorhandenem anderen Studium, das für gewisse Fächer eingesetzt werden kann.

Q: Kann man im alten DR bleiben, wenn man das UP in nur einem Fach rechtzeitig machen konnte?
A: Nein – es ist nicht möglich, das UP nur in einem Fach zu machen.

Q: Einstieg durch Unterrichtstätigkeit im Ausland?
A: UP-ersetzende Wirkung einer Lehrerbeschäftigung gibt es auch bei entsprechender Anstellung in einem Ausland; dies gilt aber nicht als Einstieg ins Altrecht;

Q: Kann Sprachassistenz im Ausland für das UP angerechnet werden?
A: für Besoldung ja; für UP nicht; kann auch nicht für die 40 Werteinheiten angerechnet werden, weil es eine assistierende Tätigkeit und keine Lehrbeschäftigung ist.

Die Zusammenfassung als *.pdf (Mit Fußnoten): ZusammenfassungLD16