Lehrer*Innendienstrecht

Im Dezember 2013 beschloss die Bundesregierung eine Novellierung des Lehrer*innendienstrechts unter Protest von Personalvertreter*innen, der auch öffentliche Manifestation fand.

Als Vertreter*innen für angehende Lehrer*innen ist es uns ein Anliegen, Informationen zu diesem Themenbereich zusammen zu tragen, was wir in mittlerweile drei Informationsveranstaltungen (DR-VA1, DR-VA2, DR-VA3 in Koop. mit IGGerm) gemacht haben und auch weiterhin tun werden.

Unterrichtsverpflichtung
Im alten Dienstrecht gab es eine unterschiedliche Gewichtung der Unterrichtsfächer bzgl. der Unterrichtsverpflichtung. So mussten etwa Lehrkräfte, die korrekturlastige Fächer unterrichteten, weniger Stunden in der Klasse stehen als Lehrkräfte anderer Fächer. Mit dem neuen Lehrer*innendienstrecht gibt es eine generelle Lehrverpflichtung von 24 Wochenstunden, wobei zwei Stunden für Beratungen, Tätigkeiten als Mentor*in, u.ä. vorgesehen sind. Unterrichtsstunden in manchen Fächern der Sekundarstufe II zählen außerdem das 1,1-fache einer gewöhnlichen Stunde, was zu einer Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung führen kann.

Gehalt
Tatsächlich ist es nicht so leicht, die Gehälter des alten und des neuen Dienstrechts zu vergleichen (unterschiedliche Dienstpflichten, Änderungen von Zulagen, …). Deshalb findet ihr an dieser Stelle auch keine bunten Linien, die sich so oder so interpretieren lassen.

Die Hard Facts: Das Grundgehalt beträgt in der Entlohnungsstufe I 2.420€ brutto. Zulagen gibt es für einzelne Unterrichtsstunden bzw. für zusätzliche Leistungen, wie der Beratung zur Berufsorientierung.

Induktionsphase statt Unterrichtspraktikum
Bis 31. August 2019 besteht für Lehramtsstudierende ein Rechtsanspruch auf die Zulassung zum Unterrichtspraktikum. Danach ist es nicht mehr möglich, dieses zu beginnen. Im neuen Dienstrecht ist die sogenannte Induktionsphase vorgesehen, die das 1. Jahr im Schuldienst bildet. Begleitet werden die neuen Lehrer*innen von Mentor*innen, die bei der Vorbereitung beraten, den Unterricht beobachten und am Ende des Jahres die Leistung der neuen Lehrkraft bewerten sollen.

Masterstudium – oder reicht das Bachelorstudium?
Eine Stelle als Lehrkraft kann zwar mit einem Bachelorstudium angenommen werden, allerdings muss innerhalb von fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der ersten Anstellung ein abgeschlossenes Masterstudium vorgewiesen werden. Ansonsten liegt ein Kündigungsgrund vor. Für eine Lehrberechtigung in der Sekundarstufe II ist ein Masterabschluss notwendig.

Festlegung auf ein Dienstrecht
Wer in den Schuljahren 2015/16 – 2018/19 erstmals einen Dienstvertrag unterzeichnet, muss sich auf eine Dienstrechtsform – ALT oder NEU festlegen. Diese Entscheidung ist unwiderruflich und wirkt auch bei später neu begründeten Dienstverhältnissen nach. Personen, die vor dem Beginn des Schuljahres 2014/15 schon einmal in einem vertraglichen Dienstverhältnis zum Bund oder zu einem Land als Lehrperson standen, fallen ins Lehrer*innendienstrecht ALT.

Link zum Landeslehrer*innen-Dienstrecht: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008549

Link zum Bundeslehrer*innen-Dienstrecht: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008205

 

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