Info-VA Masterpraxis und Induktionsphase

Liebe Kolleg*innen,

hier könnt ihr euch unsere Mitschrift zur Veranstaltung zur Masterpraxis und Induktionsphase vom 28.5.2019 als PDF runterladen: Mitschrift der Basisgruppe Lehramt (Erstfassung)
Das Informationspaket, das vor Ort ausgeteilt wurde, wird uns vom Zentrum zur Verfügung gestellt und wird hier bald hochgeladen.

Informationsveranstaltung zur Induktionsphase und Schulpraxis im Masterstudium Lehramt
– Mitschrift der Zentrumsvertretung/Basisgruppe Lehramt

Die Inhalte sind der derzeitige Diskussionsstand.

Einführungsworte und erster Input: Christa Schnabl, Vizerektorin für Lehre

Vor Ort sind Personen des Zentrums für Lehrer*innenbildung (u.a. Studienprogrammleitung Ilse Schrittesser, Zentrumsleiter Manfred Prenzel, Leiterin des SSC Lehrer*innenbildung Theresia Ritter), Heinrich Himmer von der Bildungsdirektionen Wien, Klaus Mattes von der Bildungsdirektion Niederösterreich, Heinz Josef Zitz von der Bildungsdirektion Burgenland und Horst Tschaikner, Schulqualitätsmanager Wien. Bei der heutigen Veranstaltung wird die Schnittstelle aus Studium hinaus in den Lehrberuf hinein behandelt.

Im Herbst 2019 startet erstmalig Induktionsphase. Laut derzeitigem Recht können alle Absolvent*innen des BEds und des MEds in die Induktionsphase starten. Im Falle einer Anstellung mit dem abgeschlossenem Bed gibt es die Vorgabe, den Med innerhalb von 5 Jahren abzuschließen. Ab 2029 gibt es eine reguläre Anstellung und somit den Einstieg in die Induktionsphase nur noch mit abgeschlossenem Med. Die Frage, ob nach Bed gleich in die Lehrtätigkeit eingestiegen werden soll oder nicht und welche Vor- und Nachteile die jeweilige Entscheidung bietet, wird heute diskutiert. Die Bildungseinrichtungen im Verbund Nord-Ost empfehlen, nach dem Abschluss des Beds direkt das Masterstudium Lehramt zu beginnen. Grund dafür ist u.a. die große Masterpraxisphase (18 ECTS Praxis in der Schule + 12 ECTS in Begleit-LV) – diese soll im Idealfall mit der Induktionsphase kombiniert werden. Es ist aber klar, dass dies nicht in allen Fächern glücken wird. In manchen Fächern kann man wahrscheinlich schnell eine Anstellung bekommen. Ungeachtet dessen muss Med muss absolviert werden. Die Bildungseinrichtungen im Verbund Nord-Ost empfehlen, nicht parallel zum Studium im Unterricht zu stehen.

Zuerst gibt es einen Input bezüglich der Rahmenbedingungen der Masterpraxis und der Induktionsphase. Anschließend geben die Vertreter der Bildungsdirektionen jeweils ein kurzes Statement ab. Im Anschluss können Fragen an die Anwesenden gestellt werden.

 

Input Manfred Prenzel: Rahmenbedingungen Masterpraxisphase und Induktionsphase

In den letzten Wochen, Monaten wurde der Dialog über den Übergang vom Masterstudium in die Schule intensiv geführt. Es wurde ein Informationsblatt vorbereitet und ausgeteilt. Die wichtigste Informationen daraus werden vorgetragen.

Die aktuelle gesetzliche Regelung besagt, dass bei einer Anstellung der MEd spätestens 5 Jahre nach dem BEd-Abschluss absolviert werden muss, um unbefristete Stelle an einer Schule bekommen zu können. Es wird empfohlen, möglichst nach dem BEd den Master zu absolvieren. In der zweiten Hälfte des MEd-Studiums ist die Masterpraxis bzw. die Induktionsphase vorgesehen. Studierende sollen zuerst im Studienverlauf fortschreiten und dann erst unterrichten.

Abbildung Masterstudium im Überblick:

ABG: 20 ECTs
Abschlussphase: 30 ECTS,
UFA/B: je 35 ECTS
→ davon 30 ECTS pädagogisch-praktische Studien (PPS = Schulpraxis + Begleit-LV)

Für die Masterpraxis und die Erstanstellung (=Beginn der Indutionsphase) wurden vom ZLB zwei unterschiedliche Modelle entworfen:

Modell 1: Induktionsphase
Modell 2: a) Praxisphase in Schule
b) Alternative Praxisformate (weil es in manchen Fällen nicht nicht einfach ist, eine Induktionsstelle oder einen Masterpraxisplatz zu finden! → stellt sicher, dass das Studium abgeschlossen werden kann)

Modell 1: Schulpraxis = Induktionsphase

Wird die Induktionsphase während des Med-Studiums absolviert, wird ein bestimmter Anteil der Induktionsphase als Masterpraxis anerkannt werden. Zusätzlich müssen die entsprechenden Begleitlehrveranstaltungen sowie die weiteren Lehrveranstaltungen aus dem Studium absolviert werden.

Bei der Induktionsphase handelt es sich um eine Anstellung auf einer Planstelle im neuen pd bzw. im neuen Dienstrecht. Die Dauer beträgt insgesamt 12 Monate. Bezüglich des Umfangs gibt es keine gesetzliche Regelung. Diesbezüglich wird empfohlen, eine Klasse pro Unterrichtsfach zu unterrichten. Genaue Vorgaben kann es über die Bildungsdirektionen geben. Für die Induktionsphase kommen alle Schultypen der Sekundarstufe in Frage. Die Entlohnung erfolgt je nach dem Beschäftigungsausmaß. Die Bewerbung für die Induktionsphase erfolgt über die Tools der jeweiligen Bildungsdirektionen. In die Induktionsphase fallen alle Tätigkeiten, die reguläre Lehrkräfte zu erfüllen haben. Die Induktionslehrer*innen werden durch ausgebildete Mentor*innen betreut. Die Dokumentation der Tätigkeit erfolgt durch einen Praktikumspass. Die Begleit-Lehrveranstaltungen sind in beiden Fächern und in den ABGs zu erfüllen. Manche Lehrveranstaltungen der ABGs können für die verpflichtenden Unterrichtseinheiten angerechnet werden.

 

Modell 2: Masterpraxis = Praxisphase an einer Schule

2.a) reguläre Masterpraxis

Die Masterpraxis beinhaltet ca. 180 Stunden Praxisphase. Wichtig dabei ist, dass bestimmte Anteile eigener Unterricht sind. Ansonsten sind auch Teamteaching und andere Aufgaben in der Schule möglich. Dazu kommen noch die 12 ECTS der Begleit-Lehrveranstaltungen. Es handelt sich hierbei um ein unbezahltes Praktikum und nicht um eine Anstellung. Der Umfang beträgt 90 Stunden pro Unterrichtsfach, also insgesamt 180 ECTS. Die Dauer beträgt mindestens 10 Wochen. Die Masterpraxis der beiden Fächer kann entweder in einem oder in zwei Semester absolviert werden. Alle Schultypen der Sekundarstufe kommen dafür in Frage. Anders als bei der Induktionsphase gibt es in der Masterpraxis KEINE Entlohnung. Die Anmeldung erfolgt über das SSC Lehrer*innenbildung und ab SoSe20 über u:space. Zu den Tätigkeitsbereichen in der Masterpraxis zählen Eigenunterricht, Teamteaching, die Betreuung von Lerngruppen sowie außerunterrichtliche Aufgaben (z.B. Projektbetreuung, Unterrichts- und Schulentwicklung, Tagesbetreuung, etc.). Begleitet wird die Masterpraxis von einer Mentorin. Die Dokumentation erfolgt über einen Praktikumspass. Zusätzlich müssen die Begleit-Lehrveranstaltungen in beiden Fächern und in den ABGs absolviert werden.

2.b) für Notsituationen: Masterpraxis=Alternative Praxisformat

Für Fächer, in denen ein besonderer Mangel der Masterpraxisplätze besteht, wird an alternativen Praxisformaten gearbeitet:

  • Psychologie & Philosophie: angedacht bzw. diskutiert wird der Einsatz der     Studierenden in der Masterpraxis als Tutor*innnen für Lehrveranstaltungen am Studienbeginn
  • Im Rahmen des Zertifikatskurses für geflüchtete Lehrkräfte
  • mit UniClub für Deutsch und Mathematik (erweiterbar)
  • Sprachenzentrum (v.a. romanische und slawische Ufs)
  • Im Projekt: Mathematik macht Freu(n)de

Diese Formen sollten aber Ausnahmen bleiben! Es wird gehofft und sich bemüht, dass diese Formate Ausnahmen bleiben und nicht zur Regel werden.

 

Bildungsdirektionen – Statements

Niederösterreich – Klaus Mattes:

Derzeit werden die Mentor*innen für die Induktionsphase gesucht. Im nächsten Schuljahr wird es vermutlich kaum Induktionsstellen geben. Der Grund dafür liegt darin, dass die Studierenden, die ihr Diplomstudium abgeschlossen sowie das Unterrichtspraktikum (UP) absolviert haben, bei der Anstellung bevorzugt werden. Der Med soll gleich nach Bed gemacht werden, da mit dem Bed lediglich in der Sekundarstufe 1 unterrichtet werden darf. Somit fallen viele Schulen und Einsatzgebiete weg. Darüber hinaus wird davor dem gleichzeitigen Studieren und Unterrichten gewarnt. Beides gleichzeitig ist schwer handhabbar. Für viele Fächer kann es schwer sein, eine Induktionsstelle zu finden, da kaum Stellen frei sind. Für die Anmeldung zur Induktionsphase gibt es eine eigene Homepage.

Burgenland – Heinz Josef Zitz:

Sobald man eine Stelle bekommen hat, beginnt die Induktionsphase. Derzeit sieht es so aus, dass in den nächsten 4 Jahren relativ wenige Lehrkräfte benötigt werden. Eine geringe Stundenanzahl (z.B. 2 Stunden) wird nicht durch die Anstellung einer neuen Lehrkraft besetzt. Vielmehr werden diese durch bereits vorhandene Stellen abgedeckt.

Wien – Heinrich Himmer:

stellt zuerst klar: wir haben den richtigen Beruf gewählt! Mit dem Lehrer*innendienstrecht neu kann man auch an einer BHS oder polytechnische Schule angestellt werden. Alle, die den Bed studieren, müssen ins neue Dienstrecht kommen. Für viele Schulen ist das neue Dienstrecht Neuland. Wien braucht Lehrer*innen – nur nicht unbedingt dort, wo es sich viele wünschen. Die polytechnischen Schulen decken das 9. Schuljahr ab – hier werden Lehrer*innen gebraucht (v.a. jene, die Freude an Pädagogik haben!). Die Pädagogik in den polytechnischen Schulen im Vordergrund und nicht so sehr das Fach, unabhängig davon, ob es Induktionsstellen gibt. Die Anmeldung für Pflichtschulen ist noch bis zum 2. Juni offen. Durch das neues Dienstrecht wird man nicht schlechter bezahlt als an anderen Schulen. Die Bildungsdirektionen und Schulen machen gerade selbst viele Änderungen durch, wodurch es auf viele Fragen noch keine Antworten gibt. Induktionslehrer*innen sind quasi zur Hälfte noch an der Universität, deshalb können sie für Schulen noch nicht vollständig verwendet werden. Bei Fragen kann man sich immer an Herren Himmer bzw. an Horst Tschaikner (horst.tschaikner@bildung-wien.gv.at ) wenden, vor allem wenn man eine Stelle sucht.

Viele Bezeichnungen haben sich geändert. Aus Stadt- und Landesschulräte wurden Bildungsdirektionen, aus Schulaufsichtsinsepktor wurde Schulqualitätsmanager.

Schulqualitätsmanager (Schulaufsichtsspektor) – Horst Tschaikner:

Um Erfahrungen in polytechnischen Schulen sammeln zu können, kann ihm jederzeit eine E-Mail geschrieben werden (horst.tschaikner@bildung-wien.gv.at). Dann kann man sich mit ihm einen Hospitationsplatz ausmachen. Hier kann viel gelernt werden. Die Medien verzerren oft das Bild der (v.a. polytechnischen) Schulen. Anstatt sich auf Vorurteile zu verlassen, werden die Studierenden eingeladen, sich die Schulen einfach mal anschauen.

 

Manfred Prenzel fasst die Statements in aller Kürze zusammen:

Die Universität Wien und der Verbund Nord-Ost wird alles tun, damit der Masterabschluss erreicht wird. Lehrer*in werden ist eine gute Entscheidung, eine gewisse Flexibilität wird allerdings erwartet, zumindest für wenige Jahre. Die Frage der frei werdenden Stellen wird sich in den nächsten Jahren verändern, weil derzeit durch das Unterrichtspraktikum (Diplomstudium) Personen angestellt werden.

 

Diskussion/Fragen:

1) Frage: Kann man an einer polytechnischen Schule mit Bed schon unterrichten?
Antwort: Bewerben mit abgeschlossenem Bed ist möglich, ja.

2) Frage: Welche Fächer gibt es in den polytechnischen Schulen (pts)?
Antwort: D, E, M, … alles, was Fachtheorie ist. Es gibt einen allgemeinbildender Teil, bei dem die Inhalte der Sekundarstufe 1 wiederholt und gefestigt werden. Zusätzlich gibt es Fachbereiche (Tourismus, Mechatronik, etc.) – wer eine hlw/htl etc. besucht hat, hat gute Möglichkeiten, um in diesen Fachbereiche arbeiten zu können. Im Burgenland gibt es in den pts oder nms kaum Unterschiede zur AHS Unterstufe, vor allem deshalb, weil es im Burgenland kaum AHS mit Unterstufe gibt. Wenn eine Fächerkombination gesucht wird, werden den Bewerber*innen auch andere Schultypen angeboten, allerdings bewerben sich nicht viele für eine pts.

3) Frage: Bezüglich der Modelle (vorgestellt von Prenzel) für die Masterpraxis/Induktionsphase: Wenn man den Bed jetzt abschließt, sich aber schon beworben hat, was soll man tun, wenn man keine Stelle bekommt?
Antwort: Den Master anschließen und auf den Studienfortschritt schauen. Die Chance, eine Induktionsstelle zu bekommen, kann erhöht werden, wenn man im Studium weit fortgeschritten ist und der Abschluss nah ist. Dann können auch die Schulen damit rechnen, dass man bald mit voller Kraft in den Beruf einsteigen kann.

Anmerkung: die Bewerbung läuft in Niederösterreich auf 2 Schienen: Pflichtschule/NMS – AHS: verschiedene Anmeldungen. Die Anmeldung für NMS läuft noch bis August. Nach der Hauptausschreibung werden weitere Ausschreibung getätigt. Vor allem in in NMS werden Lehrkräfte gebraucht. Die Ausschreibungen findet sich auf den Homepages der Bildungsdirektionen

4) Frage: Wird die Induktionsphase für beide Fächer gewertet?
Antwort: Die Induktionsphase ist das 1. Jahr der formellen Anstellung. Es muss nicht in beiden Fächern eine Anstellung da sein. Unterrichtet man im Zweitfach nicht, wird entweder eine zusätzliche Anstellung gebraucht oder es muss im Zweitfach die Masterpraxis absolviert werden, um den MEd abschließen zu können. Die Induktionsphase ist nach 1 Jahr absolviert. Es wird versucht, dass bei der Induktionsphase auch das Zweitfach zumindest für eine Klasse absolviert werden kann.

5) Frage: Ist man in der Induktionsphase, wenn man sich  als Vertretung beworben hat?
Antwort: Ja! Die Masterpraxis ist dann für das jeweilige UF bzw. für beide UFs (je nach Anstellung) nicht notwendig zu absolvieren.

6) Frage: Kann die Masterarbeit vor Masterpraxis absolviert werden?
Antwort: Ja, es sei denn im Curriculum stünde eine entsprechende Voraussetzungskette.

7) Frage: Ist es möglich, sich z.B. im UF PP einen Masterpraxisplatz selbst zu organisieren?
Antwort: Das Zentrum versucht, dies alles zu organisieren und bittet darum, sich NICHT selbst einen Platz zu suchen Es ist sonst sehr schwierig, mühsam und unübersichtlich. Es muss händisch überprüft werden, ob die Mentor*in entsprechend ausgebildet ist. Wenn eine Schule einen Platz anbietet, soll man sich beim Zentrum melden – das Zentrum profitiert von dieser Information und eventuell könnten dann weitere Plätze genutzt werden.

Anmerkung: ab dem nächsten Studienjahr gibt es ein neues elektronisches Tool. Es sollen die bevorzugt werden für die Masterpraxis, die keine Anstellung haben. Es werden KEINE Nummern mehr gezogen. Bei diesem elektronischen Tool kann man Präferenzen (Ort, Zeit) angeben. Der Rest wird vom Zentrum organisiert. Dies ist erst am dem SoSe20 möglich. Derzeit meldet man sich noch bis 31.5. über das SSC an. Die Plätze werden nach Studienfortschritt vergeben.

8) Frage: Wer entscheidet, in welcher Form die Schulpraxis anerkannt wird?
Antwort: Bei den Fachpraktika wird dies in den Fächern entschieden. Bei manchen Fächern ist die Anerkennung  großzügig, bei manchen nicht. Die Masterpraxis wird über das ZLB organisiert. Das ZLB steht mit den Fächern im Austausch

9) Frage:  Welche Unterschiede gibt es zwischen der Induktionsphase und dem Unterrichtspraktikum?
Antwort: Es gibt eine Menge an Unterschieden:
UP: das UP ist kein Anstellungsverhältnis, die Induktionsphase (IP) schon (Begleitmentor*innen der IP  müssen nicht vom Fach sein, sind für allg. Fragen zuständig, Induktionslehrer*innen gleichwertig wie andere Lehrpersonens, auch gleiche Bezahlung)
IP: vollständig eingestufte Lehrperson, bei UP nicht (bei UP: keine vollwertige Lehrperson)

10) Frage: Wie einfach ist der Umstieg von einer NMS  in eine AHS? Werden Jahre angerechnet?
Antwort: Wechsel ist möglich und leicht. Auch die Anrechnung ist leicht und immer in Schuljahren vorgenommen.

11) Frage: Wie verhält es sich, wenn man im Diplomstudium zwei Fächer abgeschlossen hat und ein drittes UF als Erweiterungsstudium im BEd abschließt?
Antwort: Die Masterpraxis muss  im Erweiterungsstudium absolviert werden. Für eine Anstellung müssen KEINE zusätzlichen Lehrveranstaltungen in den Diplom-UFs absolviert werden. Ab nächstem Schuljahr gibt es die Anstellung in der Induktionsphase. Im Zuge der Induktionsphase müssen auch Lehrveranstaltungen absolviert werden, allerdings unabhängig von den Fächern (= die muss jede*r machen).

12) Frage: Bitte die zwei Modelle noch mal kurz erläutern
Antwort: Wenn die Masterpraxis absolviert wurde, muss die Induktionsphase trotzdem absolviert werden. Bekommt man jedoch eine Anstellung, wird die Induktionsphase automatisch absolviert. Im jeweiligen Fach kann die Induktionsphase als Masterpraxis anerkannt werden. Die Masterpraxis ist aber NICHT für die Induktionsphase anrechenbar. Wird also die Masterpraxis absolviert, muss die Induktionsphase absolviert werden.

13) Frage: Ist sichergestellt, dass die Mentorinnen in der Masterpraxis wirklich die Ausbildung dazu bestanden haben? (Es gab Probleme in der Schulpraxis im BEd Biologie)
Antwort: Bei solchen Problemen soll immer das ZLB kontaktiert werden, unabhängig davon, ob das Fachinstitut davon abrät. Es kann allerdings sein, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Es muss aber eine Qualitätssicherung gegeben sein, also in jedem Fall melden.

14) Frage: Gibt es Prognosen, wie viele Personen den Weg über das Modell 1 (Masterpraxis = Induktionsphase) gehen können?
Antwort: In den nächsten 1-2 Jahren ist dies nicht ganz einfach und kommt auf die jeweilige Fächerkombination an. Die Pensionierungswelle wird kommen, aber sie ist noch nicht ganz da. Das Burgenland hat keine so lange Warteliste. Bei nicht gefragten Fächerkombinationen wird empfohlen, die Zeit entweder zu überbrücken oder z.B. sich für eine PTS zu bewerben. Auch an dieser Stelle gibt es den Hinweis, dass nicht alles geglaubt werden soll, was von den Medien verbreitet wird.

Anmerkung: Die Schulleitungen haben bezüglich der Einstellung einer Person ein Vorschlagsrecht bei den Bildungsdirektionen. Es wird empfohlen, zuerst den Kontakt zur Schulleitung der Wunschschule zu suchen und sich dann zu bewerben. Eventuell weiß man dann schon, ob die Schulleitung bereits eine Person für die Stelle vorgesehen hat.

15) Frage: Wenn man angestellt wird und fachfremd unterrichtet, ist man dann trotzdem in der Induktionsphase?
Antwort: Ja, sobald man eine Anstellung hat, wird die Induktionsphase absolviert. Die Induktionsphase ist also das 1. Schuljahr der 1. Anstellung. Nach Absolvierung der Induktionsphase erhält man ein Zeugnis, das den Abschluss bestätigt wird. Fürs Studium bedeutet dies allerdings, dass die IP nur dann als Masterpraxis angerechnet wird, wenn sie in einem der eigenen UFs absolviert wird.

16) Frage: Sind die Mentor*innen für die Masterpraxis und für die Induktionsphase dieselben? Wenn man an der Schule, an der man angestellt ist, eine Person findet, die einen für das zweite Fach betreuen würde, ist dies dann als Masterpraxis anrechenbar?
Antwort: Zum 1. Teil: Nein, für die Masterpraxis gibt es andere Mentor*innen als für die Induktionsphase. Zum 2. Teil: Ja, in solchen Fällen darf diese Person als Betreuungsperson eingesetzt werden. Ansonsten bitte keine Mentor*innen eigenständig suchen.

17) Frage: Wie sieht es mit der Mentor*innenverfügbarkeit aus?
Antwort: Es gibt genügend.

18) Frage: Wenn man eine Anstellung an einer NMS hat und in eine AHS umsteigen will, wird dann eine Ankerstunde in der NMS benötigt, um an der AHS unterrichten zu können?
Antwort: Nein, diese Ankerstunden gibt es nicht mehr. Der Wechsel in andere Schulformen und auch in andere Bildungsdirektionen ist kein Problem (mehr).

19) Frage: Ist ein Wechsel zwischen Bundesländern möglich?
Antwort: Auch das ist nicht schwer. Schwierigkeiten kann es eventuell in den ersten 5 Dienstjahren geben. Vor allem der Wechsel im 4. Jahr gestaltet sich etwas schwierig, da bei man der Anstellung bereits einen unbefristeter Dauervertrag bekommen würde. Die Bildungsdirektionen und Schulleitungen möchten sich die Personen gern “anschauen”, bevor sie unbefristet an einer neuen Schule unterrichten. Wenn man bereits einen Dauervertrag hat, ist ein Wechsel kein Problem. Auch Lehrpersonen aus anderen Bundesländern “auszuborgen” funktioniert leicht und gut.

20) Frage: Kann man auch innerhalb eines Schuljahres in die Induktionsphase einsteigen? Wie sieht es hier mit den Stellen aus?
Antwort: Zu 1.:  Ja, das geht auch. Für die Absolvierung der Induktionsphase muss allerdings ein ganzes Schuljahr, also 12 Monate absolviert werden. Die Anstellung kann auch unterbrochen und später weitergeführt werden, die Dienstmonate werden addiert.
Zu 2.: Es gibt auch unter dem Schuljahr Nachausschreibungen, da oftmals ein Bedarf besteht. Hierbei wird vor allem auf den bereits vorhandenen Bewerber*innenpool zugegriffen. Es kann also sein, dass dann einfach ein Anruf aus der Bildungsdirektion kommt, ob man die Stelle besetzen möchte. Die Induktionsphase kann auch auf verschiedene Schulen “aufgeteilt” werden. Z.B. kann man 3 Monate in Schule 1 sein, weitere 4 Monate in Schule 2, usw.

21) Frage: Ist es sinnvoll, sich für 2 Bundesländer zu bewerben?
Antwort: Ja.

22) Frage: Fällt Modell 1 ab 2029 weg?
Antwort: Es wird Sonderverträge für BEd-Absolvent*innen geben, wenn diese benötigt werden. Wenn sich aber eine andere Person bewirbt, die die Anstellungserfordernisse erfüllt, kann der Dienstvertrag beendet werden.

23) Frage: Im Rahmen der Fortbildungen müssen 24 Unterrichtseinheiten, die auch in den ABGs absolvierbar sind, absolviert werden. Erkennen die Bildungsdirektionen das an?
Antwort: Burgenland: ja; NÖ: ähnlich ja;

24) Frage: Ist es sinnvoll, das Modell 2 zu nehmen?
Antwort: Ja, wenn das Modell 1 nicht durchführbar ist.

25) Frage: Ist die Master-Arbeit vor der Induktionsphase absolvierbar?
Antwort: Ja. Bei der Masterpraxis kommt es allerdings darauf an, ob es curriculare Voraussetzungsketten gibt. Gibt es keine, ist dies möglich. Es muss sich aber immer ans Curriculum gehalten werden.

26) Frage: Wenn man ein Fach hat, in dem es keinen Induktionsplatz gibt, soll man aus Sicherheitsgründen in diesem die Masterpraxis absolvieren, bevor man im anderen (sicheren) Fach die Induktionsphase macht? (Bsp. UF D + UF Latein)
Antwort: Ja, man kann sich auch nur für ein Fach für die Indutionsphase bewerben. Für Latein sieht es aber nicht so schlecht aus.

27) Frage: Muss man den Masterabschluss innerhalb 5 Jahren nachholen, wenn die Direktor*in mit einem zufrieden ist? Verliert man den Job automatisch?
Antwort: Die Regelung ist eine Kann und keine Muss-Bestimmung. Das bedeutet, dass man den Job NICHT automatisch verliert und man über die 5 Jahre hinaus befristet angestellt werden kann.

28) Frage: Wenn das Studium absolviert ist und man sich für eine Stelle beworben hat, muss man sich irgendwo noch extra für die Induktionsphase bewerben?
Antwort: Nein, die Induktionsphase startet automatisch mit der ersten Anstellung.

29) Frage: Gab es Anstellungen zur IP schon vor 1-2 Jahren? Gab es Informationsveranstaltungen zum Dienstrecht?
Antwort: Ja, gab es! Die heutigen Informationen wären vor 1-2 Jahren aber noch nicht möglich gewesen zu kommunizieren, weil Ministerium vieles noch nicht fixiert hatte.

30) Frage: Bewirbt man sich direkt bei Direktor*innen?
Antwort: Nein, bei den Schulen bewirbt man sich nicht direkt, sondern bei den Bildungsdirektionen. Dies war bisher auch so. Zusätzlich zur online Bewerbung soll Kontakt zur Schule gesucht werden.Die Direktor*innen bekommen ein Konvolut an Bewerbungen per Mail zugeschickt. Die Direktor*in kann sagen, wen sie will. Es ist also sinnvoll, sich bei Schulen vorzustellen. Eigeninitiative ist immer gut, auch wenn sie nicht von allen Direktor*innen gern gesehen werden.

31) Frage: Kann die Masterprüfung vor die Induktionsphase vorgezogen werden?
Antwort: In den ABGs gibt es keine Masterprüfung. Die Begleitseminare zur Masterschulpraxis haben mit der Masterprüfung nichts zu tun. Die Begleit-LVs müssen parallel zur Masterpraxis gemacht werden, also VOR der Masterprüfung. Also: nein.

32) Frage: Wie viel Autonomie haben die Direktor*innen bezüglich der Auswahl der Person, die sie anstellen wollen?
Antwort: Die Direktor*innen haben ein Vorschlagsrecht. Sie schlagen 3 Personen gereiht vor. Die Bildungsdirektion muss dem Vorschlag nicht folgen, dies muss aber gut begründet werden. Diejenigen, die versetzt werden wollen, haben jedenfalls einen Vorzug.

Anmerkung: Die Phase für die Bewerbungsgespräche kann bis Ende Juni/Anfang Juli in NÖ passieren; im Burgenland ist dies bereits abgeschlossen.

33) Frage: Werden Masterabsolvent*innen den Bed-Absolvent*innen bei einer Anstellung vorgezogen?
Antwort: Nicht unbedingt, sondern je nach den Anstellungserfordernissen. Derzeit erfüllt man als BEd-Absolvent*in bereits die Anstellungserfordernisse (ab 2029 nicht mehr!). Schulleiter*innen haben diesbezüglich aber starkes Mitspracherecht. Die Bildungsdirektionen machen dazu wenige Vorschriften.

34) Frage: Ist für die Bewerbung für die Sekundarstufe 2 der Master notwendig? Sek2 Master für Bewerbung möglich? Was, wenn Dateien zum Hochladen für die Bewerbung noch fehlt?
Antwort: Ja. Vor Dienstantritt sollten alle Unterlagen übermittelt werden, jedenfalls dazuschreiben, wenn noch etwas fehlt und dies sobald wie möglich ergänzen.

35) Frage: Für die Induktionsphase sind 12 Monate vorgesehen. Geht das Schuljahr von Sept.-Sept.?:
Antwort: Ja, das Schuljahr dauert von Sept-Sept. Mit der 1. Anstellung “Schuljahr 2019/2020“ werden die 12 Dienstmonate und somit die Induktionsphase erfüllt.

36) Frage: Wenn mehrere Direktor*innen eine Person haben wollen, wie gehts weiter?
Antwort: Es ist durchaus möglich, dass dies passiert. Die Bildungsdirektion begründet dann, welche Schule bevorzugt wird. Die Bewerber*in wird auch gefragt, wo sie hin will. Die kommt dann danach zustande, ob evtl. die Fächer von anderen Lehrpersonen als Überstunden absolviert werden können (jedenfalls in Wien). In NÖ gibt es dazu auch verschiedene Lösungen.

37) Frage: Muss beim 3. Fach auch Master abgeschlossen werden?
Antwort: Nein, nicht unbedingt. Sobald man einen abgeschlossenem MEd hat, kann man eine reguläre Anstellung erhalten.

Anmerkung: Die Masterpraxis ist zu absolvieren, eine Masterarbeit gibt es im Drittfach nicht.

38) Frage: Wo gibt es Information zu alternativen Praxisformaten?
Antwort: Am ZLB

39) Frage: Kann man mit z.B. PP und Mathe an einer NMS unterrichten?
Antwort: Schaut in der NMS jedenfalls gut aus. Dazu kann man zusätzlich eine Mail an die Bildungsdirektion schreiben (–> von BD NÖ).

40) Frage: Werden PP Lehrerinnen bei der Anstellung bevorzugt, die bereits Abschluss haben?
Antwort: Ein fertiges Studium ist immer von Vorteil, v.a. weil die Gefahr besteht, dass nicht fertig studiert wird. Es ist auch vom Einteilen her leichter, weil man dann überall einsetzbar ist. Auch für die Bildungsdirektionen ist dies von Vorteil.

41) Frage: Haben die NMSen auch Erfahrung in der Betreuung bei der Induktionsphase?
Antwort: Ja, die NMSen sind genauso gut vorbereitet. Bei der Induktionsphase muss die Mentor*in nicht die gleichen Fächer haben wie die Induktionslehrerin.

42) Frage: Ab wann zählen die 5 Jahre, in denen der Master nach dem BEd verpflichtend zu absolvieren ist?
Antwort: Die 5 Jahre zählen ab dem 1. Anstellungstag in der Induktionsphase und  nicht direkt dann wenn BEd abgeschlossen ist oder mit dem MEd angefangen wird.

43) Frage: Kann man mit Sondervertrag nur 5 Jahre angestellt werden?
Antwort: Es kann sein, dass man über die 5 Jahre hinaus angestellt bleibt, aber genauso auch, dass das Dienstverhältnis nicht verlängert wird. Es ist von der Bildungsdirektion abhängig, ob eine weitere Anstellung angehängt wird. Ein Sondervertrag ist befristet.

44) Frage: Bei Modell 2: kann man Bundesland/Schule wechseln?
Antwort:  Im 1. Dienstjahr ist die Induktionsphase. Das Dienstrecht ist gesamtösterreichisch, was bedeutet, dass man Bundesland/Schule wechseln kann.

45) Frage: sind facheinschlägige Vorverdienstzeiten aus der Wirtschaft anrechenbar?
Antwort: Bildungsdirektion Wien sagt: es gibt Anrechnungsbestimmungen. Berufliche Tätigkeiten werden dann angerechnet, wenn sie gleichwertig (für das Fach) sind. Für Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung gibt es eine Verordnung ( max. 6 Jahre sind anrechenbar). → Dies ist immer wieder in Veränderung, vor allem was die Frage „was ist gleichwertig?“ betrifft. Es gibt immer individuelle Anrechnungen und jeder Fall muss einzeln geprüft werden.

46) Frage: Sondervertrag: Tagesbetreuung – gibt es für Studierende ein Anmeldungsstopp?
Antwort: Die Anstellung zählt zum alten Dienstrecht (einmal ADR immer ADR – laut jetzigem Stand). Pauschale Aussagen oder Ablehnung sind nicht zulässig.

47) Frage: Wenn man in 2 Fächern den Master und in einem Fach (Drittfach) den BEd hat, bekommt man dann eine unbefristete Stelle?
Antwort: Für die Anstellung gibt es keine Unterscheidung oder unterschiedliche Dienstverträge für die einzelnen Fächer.  Entweder bekommt man einen befristeten oder unbefristeten Vertrag, wobei das erste Jahr immer befristet ist. Danach KANN man bis zu 5 Jahren mit oder ohne Master befristet oder unbefristet angestellt werden. Bei unbefristetem Vertrag kann dann auch das 3. Fach mit BEd-Abschluss  unterrichtet werden. Es reicht, wenn man einen Abschluss hat, mit alle Voraussetzungen erfüllt sind.

48) Frage: Gibt es in der Induktionsphase ein Mindestbeschäftigungsausmaß?
Antwort: Nein. Aber für wenige Stunden wird nicht gern angestellt. Diejenigen, die angestellt werden, sollen eine langfristige Perspektive haben, was mit z.B. 2 Stunden nicht der Fall ist. Es gibt auch Zusatzstunden, die nicht Unterricht sind, und mit den 2 Stunden nicht bzw. kaum gemacht werden können. Darüber hinaus gäbe es eine unüberschaubare Personenanzahl, wenn man mit so geringen Stunden angestellt wird. Zusätzlich wäre man kaum im (Schul-)Haus.

49) Frage: Wann muss der Master nachgeholt werden?
Antwort: Binnen 5 Jahre nach dem 1. Anstellungstag.

50) Frage: Werden in Wien Bewerber*innen bevorzugt, die einen Abschluss haben? Scheinen die anderen nicht im System auf?
Antwort: 1. Ja. Zweiteres: das kann nicht zu 100% beantwortet werden, aber eigentlich sollten alle Bewerbungen sichtbar sein und alle sollten eine Zu- oder Absagen bekommen. Die Schulen selbst bekommen nur die Daten weitergeleitet, bei denen die Einstellungserfordernisse erfüllt sind. Die Bildungsdirektion hat aber alle Daten.

Anmerkung: In dem ausgegebenen Dokument ist die Website der Bildungsdirektion Wien falsch bzw. veraltet.Hier die aktuelle:  https://www.wien.gv.at/bildung/stadtschulrat

50) Frage: Haben die Direktorinnen Einsicht auf alle Bewerbungen? Wird man berücksichtigt, wenn man angibt, dass man im September fertig ist?
Antwort: Nein, nur auf die Liste, die weitergeschickt wird; Bildungsdirektion sortiert vor.  dort, wo es zu wenige Bewerbungen gibt, werden auch die weitergeleitet, die nicht alle Anstellungserfordernisse erfüllen. Manchmal melden sich Direktor*innen, die eine bestimmte Bewerbung haben wollen – diese bekommen sie dann. Wenn die Person die Voraussetzung nicht erfüllt, kann die Bildungsdirektion ablehnen.
Ja, wird berücksichtigt bzw. jedenfalls angeben, dass man bald fertig ist und alles, was man hat, angeben.

51) Frage: Ist es möglich, die Induktionsphase im Ausland zu absolvieren möglich?
Antwort: Masterpraxis ja, Induktionsphase nicht sicher (damit macht man sich nicht beliebt, weil eigenes Dienstrecht und anderes Schulsystem! Wien sagt: muss individuell geprüft werden; Burgenland sagt klar nein), weil es sich um ein Anstellungsverhältnis handelt. Außer bei österr. Schule im Ausland. Dienstrechtlich gibts KEINE Anrechnung und es ist auf alle Fälle sehr schwierig, v.a. bei der Anzahl der Bewerberinnen.

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